Olne Spa Olne 2019 – 69km 2400hm

Meine Leidensfähigkeit wurde an diesem Sonntag wieder einmal mehr auf die Probe gestellt. Aber Ich habe mir das ja selber ausgesucht an zwei Wochenenden in Folge einen UltraTrail zu laufen. Also bitte kein Mitleid!

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Traumwetter bei Traumtrails!

Nachdem 55km und 1300hm am Baldeneysee ging es also nur 1 Woche später nach Belgien in die Nähe von Lüttich. Genauer gesagt „Olne“. Dieses kleine Örtchen in den Ausläufern der Ardennen mit knapp über 4000 Einwohner war wieder einmal Schauplatz einer ganz besonderen Veranstaltung. Es gibt nämlich nur eine einzige Distanz. Jeder der über 800 vorangemeldeten Läufer war sich also bewusst was da auf Ihn zukommt. Ende November 69km mit 2400hm zu laufen!

Für mich ging es früh los 3:30 Uhr aufstehen und eine Stunde Fahrt zum Niederrhein. Hier traf ich mich mit Thomas der sich das ebenfalls antun wollte. Von da aus ging es nochmal knapp unter 2 Stunden weiter in Richtung Belgien. Auf der freien Autobahn kamen wir im Dunkeln gut an und die Parkplatzanweiser führten uns zu einem freien Parkplatz. In einer kleinen Turnhalle befand sich dann neben der Startnummernausgabe auch noch ein kleines Cafe. Aufgrund der draußen doch recht frischen Temperaturen war der Raum gut besucht.

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Das dieser Lauf sich sehr auf das wesentliche konzentriert erfährt man schon direkt bei der Anmeldung. Die Seite wird auf französisch betrieben und der Google Übersetzer hat so seine Schwierigkeiten damit. Aber irgendwie hat es bei mir mit der Anmeldung  geklappt. Lediglich eine Nachfrage nach meiner T-Shirt Größe hat mich vom Veranstalter erreicht. Nach der Anmeldung überweist man das Geld auf das Konto und fertig. Vor Ort gibt es dann lediglich die Startnummer. Kein wie sonst gewohnter prall gefüllter Startnummernbeutel oder großer Rummel drumherum. Ich empfand das aber als sehr angenehm. Hier hatte auch wirklich keiner Hektik. Lediglich für die Verpflegungsposten würde ich mehr Geld investieren. Es gab Wasser und Cola, dazu Chips, Kekse auf den ersten beiden Verpflegungspunkten. Nummer 3 (hier gab es das Wasser direkt aus einem Gartenschlauch) und 4 waren dann noch mit Bananen, Suppe, Wein und Bier bestückt. Richtig gehört! Es gab Wein und Bier. Ich probierte den aber nicht. Lediglich Thomas genoss ein belgisches Bier an der vierten VP.

Zum Start versammelten wir uns auf einem Platz vor der Turnhalle und nach ein wenig Gedränge waren alle 800 Starter unterwegs. Keine 5min nach dem Start verließen wir aber schon die Stadt und befanden uns auf den Trails, die ein stetiges Auf und Ab waren. Der sehr hohe Trailanteil wurde nur durch die ein oder andere Stadt durchquert. Jeden Hügel hier zu beschreiben würde auch einfach den Rahmen sprengen. Die Wege waren teilweise Traumtrails mit tollen Ausblicken in die Landschaft. Kleine Flußdurchquerungen oder mal sehr matschige Abschnitte folgten auch ein paar Forstwege oder Single Trails.

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Alles in allem verbrachten Thomas und ich einen tollen Tag in Belgien. Wenn da für mich nur nicht diese permanenten Schmerzen gewesen wären. Meinem linken Oberschenkel musste ich bereits nach km 20 das erste mal gut zureden doch noch weiter zu machen. Durch einen angepassteren Laufstil und der Geschwindigkeitsreduzierung ging es dann aber trotzdem irgendwie weiter. Danke hier an Thomas das er da weiter mit mir gelaufen ist. Irgendwann kam dann die Müdigkeit dazu und gegen Ende hin wurde jeder noch so kleine Anstieg von uns zur Wanderung. Ging es dann wieder runter dauerte es bei mir immer 3-4 Schritte um in den Laufmodus zu kommen. Wenn man Glück hatte und nicht direkt durch den nächste Hügel unterbrochen wurde, konnte man auch mal ein 1km am Stück runterlaufen. Das wiederum war nicht so gut für die Füße. Viele Wege waren keine weichen Waldböden, sondern mit Steinen bestückt und die Außenseite meines linken Fußes schmerzte bei jedem Schritt.

Kurz vor 17 Uhr wurde es dann auch noch dunkel und ich packte meine Stirnlampe für die letzten 2-3 km aus. Ohne jegliche Orientierung sah ich immer nur die km Anzahl auf meiner Uhr runterlaufen, in der Hoffnung das die nächste Abzweigung ins Ziel geht. Als wir dann nach 9:32h wieder Olne erreichten war mir dann sogar der Weg zur Dusche zu weit. Schnell noch trockene Klamotten an und ab auf den Heimweg. Um kurz vor 21 Uhr war ich wieder in Velen. Ein langer anstrengender Tag ging zu Ende, der mir mit Sicherheit noch die nächsten Tage mit Schmerzen in den Füßen und Muskeln in Erinnerung bleibt. Aber wie sagt man so oft die Schmerzen vergehen und die sehr vielen positiven Eindrücken bleiben erhalten.

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Thomas (l.) und ich erschöpft aber glücklich im Ziel.

Getreu dem Motto der Veranstalter, „Courir pour le plaisir“ (bedeutet soviel wie „Run for fun“) werde ich mich nun ausgiebig erholen und dann in die Vorbereitung für den ZUT einsteigen.

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