Baldeneysteig Ultra 2019 – 55km

Die Trails des Baldeneysees ständen mit Sicherheit öfter mal bei mir auf dem Laufprogramm, wenn man zur Anfahrt nicht immer komplett durch Essen durch müsste! Aber der aktuelle Verkehr auf den deutschen Straßen ist ein anderes Thema. Hier soll es um eine wundervolle Veranstaltung in einer tollen Umgebung gehen.

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Einer der wenigen Straßemabschnitte

Letztes Jahr (2018) hätte ich noch über die Warteliste nachrücken können, aber eine Erkältung lies dies nicht zu. Auch dieses Jahr meldete ich mich wieder an und war froh durch meine letztjährige Anmeldung priorisiert zu werden. Die kleine Streckenverlängerung (52 auf 55km) war dabei  nicht hinderlich. Dadurch hatten die Läufer/innen nun Duschen, Toiletten und einen großen Raum zur Verfügung. Ein Kanuklub aus Essen hat das dem Lauf zur Verfügung gestellt. Für die sehr sehr geringe Startgebühr wird einem bei dem Lauf sehr viel geboten. Es gab Hoka Laufschuhe zum testen und ein Startbeutel mit allerlei Präsenten.

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Startnummernausgabe

Das ich bei dem Lauf diesmal starten konnte entschied ich dann erst in sprichwörtlicher letzter Minute. Beide Kinder waren die Woche über mit Fieber krank und ich schrammte immer knapp an einer Erkältung vorbei. Umso glücklicher war ich das es geklappt hat, auch wenn ich dann meine geplante Zeit mit Sicherheit nicht einhalten konnte.

Ich war also früh dran an diesem kalten aber trockenen Sonntag morgen. Knapp unter einer Stunde Autofahrt von Velen in den Essener Süden war für den Hinweg sehr schnell und ein Parkplatz direkt an dem Start/Ziel die Belohnung. Ich holte meine Startnummer ab und bereitete mich auf den Start vor. Das Streckenbriefing fand dann 15min vor dem Start (9Uhr) in dem Vereinsheim des Kanuclub statt. Da die beiden Organisatorinnen den Charakter der Veranstaltung beibehalten wollen blieben die Startplätze begrenzt und somit passten alle Läufer zum Briefing in den Raum.

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Das Gebäude des Kanu Klub

Um 9 Uhr wurde runtergezählt und jeder startete sein Laufuhr. Einmal zur Zeitkontrolle, da es keine automatische Zeiterfassung gab. Ist auch bei den ca. 80 Startern vollkommen Ok. Das wichtigste an dem Tag aber war wohl der eingespeicherte GPS Track auf der Uhr. Die Strecke ist nämlich bis aus ein paar Pfeile nur mit den offiziellen Markierungen des Baldeneysteigs markiert. Hier musste man höllisch aufpassen nicht eine Abzweigung zu verpassen. Waren diese kleinen Symbole mal gut sichtbar, gab es auch versteckte oder zerstörte Zeichen. Teilweise waren die Zeichen auf dem Boden angebracht oder der Baum war umgestürzt. Zu aller Verwirrung hatte ich es auch mal das ich den offiziellen Weg aus Versehen verlassen hatte und dann plötzlich an einem Baum wieder ein Markierung gesehen hatte, die aber da einfach nicht hingehört.

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Sieht steil aus und das war es auch.

Zwei kleine Extrarunden musste ich dann leider doch drehen,  da half auch nicht vorher die Strecke  bereits gelaufen zu sein. Beim ersten mal hatte ich zuviel mit einem Mitstreiter gequatscht und beim zweiten nach ca. 47km mal war ich aufgrund der Länge des Rennens und der entsprechenden Verwirrtheit im Kopf kurz orientierungslos.

Die Strecke des Baldeneysteigs ist dabei im Herbst sehr schön, viele Wanderwege werden nur ab und zu mal durch Radwege oder Straßen gekreuzt. Die Aussichtspunkte ließen wir bei dem Lauf weg, hätte sich auch nicht gelohnt, da die Sonne sich an dem Tag nicht mehr blicken lies.

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Da ich die Strecke ja bereits schon mal gelaufen bin, lief ich in einem lockeren Tempo los. Da befand ich mich die ersten Kilometer aber schon unmittelbar hinter der Spitzengruppe. Zu dem Zeitpunkt machte ich mir aber noch keine Sorgen über das Tempo, da ich mich gut fühlte. Irgendwann kam ich mit Daniel ins quatschen und die erste Runde verging wie im Flug. Das ganze hoch und runter auf dem Steig, immerhin waren es pro Runde fast 650 hm, machte die Beine dann aber doch müde.

Die ersten 27km waren dann nach 2:32h vorbei und die zweite Runde wurde deutlich langsamer. Ausgiebige Aufenthalte an den beiden tollen Verpflegungsständen und viele Gehpausen an den Anstiegen ließen die Uhr unerbärmlich weiterlaufen. Nach knapp 30km wechselte ich von der dünnen Laufmütze auf die Wintermütze und nach ca. 45km zog ich den Windbreaker an. Da ich immer langsamer wurde, wollte ich mich nicht auch noch erkälten. Die letzten 1,5h des Rennens war ich dann nur damit beschäftigt jeden Schritt mit Bedacht zu setzen um keinen Krampf in den Beinen auszulösen. An schnelles Vorankommen war dabei nicht mehr zu denken.

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Tolle Trails. Links am Baum sieht man das Zeichen des Baldeneysteigs

Als ich zum letzen mal die Fußgängerbrücke über dem See verließ und zum Ziel einbog schaute ich entspannt auf die Uhr. Noch knapp unter 1km zu laufen und 7-8min Zeit für die 6 Stunden Marke. Das kleine Zwischenziel was ich mir unterwegs gesteckt hatte war damit erreicht. So genoß ich im Ziel den heißen Tee und einen leckeren Kuchen, ehe ich meine Urkunde und Medaille in Empfang nahm. Die Gelegenheit zu duschen nahm ich dann dankend an und machte mich auf den Heimweg. Nichtsahnend fand ich mich dann wenige Minuten später auf einem Sonntag nachmittag mitten in Essen in einem Stau wieder 2 gesperrte Streckenabschnitte auf dem Rückweg machten den Rückweg zur Tortur. Da wäre ich lieber (auch mit Krämpfen) noch 10km gelaufen. 😉

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Ein letztes Mal über die Brücke und rechts hoch zum Ziel.

Danke für diese tollen Veranstaltung an das ganze BaSu Orgateam. Den Helfern die den ganzen Tag in der Kälte verbracht haben, den Kuchenspendern und ganz besonders den beiden Organisatorinnen Marina und Kati. Freue mich jetzt schon auf eine Einladung für 2020!

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