Swiss Alps 100 – DNF im Wallis

Ein „fast“ perfektes Wochenende in der Schweiz ist zuende gegangen. „Fast“ nur weil es für mich und Andreas nur zu 52 von 100km gereicht hat.

Die Erklärung ist schnell gefunden. Es war einfach zu warm. Aber von Anfang an: Wir sind Donnerstags losgefahren und haben kurz hinter Karlsruhe in einem Motel übernachtet. Nach einer für mich kurzen Nacht ging es über Bern und dem Furkapass weiter zu unserem Gasthaus in Niederwald. In diesem kleinen Städtchen steht das Geburtshaus vom Gründer der Hotelkette „Ritz“ und überall findet man Hinweise darauf. Aber auch sonst hat der Ort viel Charme und unser Gasthaus aus dem Jahr 1642 ebenfalls. Ich habe mir bei den niedrigen Decken auch nur 2-3 mal den Kopf angestoßen. Den nachmittag ruhten wir uns aus und gingen nur eine kleine Runde laufen. Die Temperaturen ließen da schon nicht mehr viel zu, ohne viel Energie zu verbrauchen.

Abends holten wir unsere Startnummern ab und gaben unsere Dropbags beim Veranstalter ab. Der Versuch dann früh schlafen zu gehen endete in einem hin und herwälzen bis Ich dann gegen ca. 00:30 Uhr eingeschlafen bin. Da die Nacht im Motel auch schon kurz war machte das die Sache nicht besser. Als der Wecker um 04:20 Uhr klingelte fühlte ich mich aber trotzdem frisch und bereit. Wir fuhren zum Start und warteten in der Menge auf den Start um 6 Uhr.

Es ging los und die knapp über 100 Starter machte sich auf die ersten 1200hm Anstieg zum Aletsch Gletscher. Oben am Gletscher angekommen war die Aussicht atemberaubend. Die Größe des Gletschers war beeindruckend und je weiter man lief wurde die Eisfläche erst vollständig sichtbar. Im Downhill wartete bereits das nächste Highlight. Die Hängebrücke „Aspi – Titter“. Ein klein wenig mulmig ist einem schon wenn man über diese 120m tiefe Schlucht läuft aber der Anblick entschädigt für vieles. Nach einem kurzen und knackigen Anstieg ging es weiter runter zum VP in Niederwald.

Ab hier begann das unheil seinen Lauf. 7km ging es in der Mittagshitze leicht ansteigend bis zum VP in Reckingen. Ich versuchte im Schatten zu joggen und wo die Sonne schien zu gehen um ein wenig Kraft zu sparen. Ab dem VP in Reckingen folgte über die nächsten 16km keine weitere VP. Ich trank ausgiebig und machte meine Trinkblase voll. Bei steigenden Temperaturen ging es durch ein Waldstück an der Stalenkapelle vorbei einem Schotterweg folgend ins Tal hinauf. In der prallen Sonne nutzte Ich jeden Bach zur Abkühlung und dabei sollte das Schlimmste noch kommen.

Am Ende es Tals ging es hoch über einen Bergsattel. Immer wieder musste ich stehenbleiben und nach Luft schnappen. Es setzte extreme Kurzatmingkeit ein und bei jeder kleinen Belastung spürte ich einen Druck auf den Ohren, als wenn man Wasser in den Ohren hat. Andreas überholte mich neben unzähligen anderen Teilnehmern auf dem Weg hoch. Zusammen qüalten wir uns die endlosen Bergkuppen hoch und erreichten den Bergsattel. Nach einer Pause setze ich mich wieder in Bewegung. Ich konnte jedoch nichts mehr Essen und bergrunterjoggen war auch nur noch sporadisch möglich. An der VP angekommen traf ich wieder auf Andreas und zusammen entschieden wir uns für ein DNF.

Die Kette der negativen Ereignisse an diesem Tag war einfach zu lang und so kann man keinen 100km Bergultra finishen und wie heißt es so oft unter Bergsteigern. Wichtig ist nicht nur auf den Berg zu kommen, sondern auch heile wieder runter. Für uns bedeutete das wieder heile nach Hause zu unseren Familien zu kommen. Das war uns an diesem Tag im August wichtiger als das Finish zu erzwingen.

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