Kaiserkrone Marathon Trail

„What a hell of a ride“! Die nackten Zahlen sind schon sehr beeindruckend. 56km mit 3800 Höhenmetern. Wo andere 4 Tage brauchen um das Kaisergebirge wandernd zu umrunden haben die Teilnehmer des Marathon Trail das in einem Tag vollbracht.

Nach dem Rennen habe ich Respekt vor allen die das wandernd oder auch im Rahmen der Kaiserkrone absolviert haben. Steile An und Abstiege auf teilweise sehr technischen Trails sind nichts für schwache Nerven.

Nach der Absage des ZUT und meinem arbeitsfreien Juni machte ich noch einen Kurzurlaub mit meinem Sohn um meine Eltern zu besuchen und am Marathon Trail der Kaiserkrone teilzunehmen. Nach der Anreise am Donnerstag nutzten wir den Freitag für die erste Gipfelbesteigung meines Sohnes und die Abholung der Startnummer. Zum Start am Samstag morgen brachte mich mein Vater, die sich danach auch den Tag um meinen Sohn kümmerten. Ich konnte mich also ganz auf das Laufen konzentrieren.

Offizielles Video. Bei Minute 1:39 sieht man mich am Hintersteiner See.

Mit gesunden Respekt vor der Strecke aber wenig Nervosität starte ich im dritten Startblock um 7:10 Uhr auf die Strecke. Durch eine kurzfristige Streckenänderungen hatten die ersten km bis hinter den Hintersteiner See viele Asphaltkilometer, dementsprechend schnell waren dann auch die ersten 7km um. Die anschließenden Trails boten ein traumhaftes Panorama. Wir durchliefen die Wolken um dann am Grat die ersten Sonnenstrahlen zu sehen. Viele Gipfel am Horizont guckten aus den Wolken und spätestens hier hat sich die Reise schon gelohnt.

Der Downhill nach dem ersten Anstieg hatte es in sich. Ein Schild mit dem Hinweis das noch Arbeiten stattfinden verhieß nichts gutes. Sehr steil ging es hinunter und immer wieder fehlten Stellen in dem Steig die noch ausgebessert werden mussten. Ich war froh als ich den mit nur einem kleinen Sturz hinter mich gebracht hatte. Zum Glück konnte ich weiterlaufen und so ging es in den nächsten langen Anstieg. Ein Stück Schotterweg folgte ein toller Weg hoch zum Stripsenjoch. Oben angekommen gab es ein kleine Verpflegungsstation, die wie die anderen vorher gut gefüllt war. Mit Blick auf das Streckenprofil ging ich aber schnell weiter.

Nach dem Downhill und einer langen Schotterpiste sollte vor dem nächsten langen Anstieg noch eine VP kommen. Leider waren dort die Wasserkanister leer und es gab auch kein Essen wie angekündigt. Ich dachte das ich noch genug zu trinken in meiner Trinkblase hatte und füllte die letzten Tropfen aus dem Kanister um. Hätte ich mal aus dem Bach bedient, denn nur wenige Kilometer später in der Mittagshitze hatte ich kein Wasser mehr. Der Anstieg war zum Glück schnell erledigt. Ein Schotterweg bei moderater Steigung ließ eine kontinuierliche Pace zu. Was dann folgte war zwar wunderschön aber für mich nicht mehr zu laufen.

Immer wieder ging es hoch und runter, teilweise seilversichert und einmal sogar über eine Leiter und einen kleinen Klettersteig. Die brütende Hitze und stehende Luft wurde ab und zu durch eine kleine Brise erträglicher. An so einer Stelle saß noch ein Läufer mit Krämpfen in den Beinen, der meine letzten beiden Salztabletten bekam. Ich wurde später noch von einem anderen Läufer mit Salztablette versorgt. Aber auch bei mir kamen erste Anzeichen von Krämpfen. Gerade wenn eine unbewusste Bewegung durch stolpern oder hängenbleiben hervorgerufen wurde. Das wurde auch nicht beser, da ich schon seid einiger Zeit kein Wasser mehr hatte und verzweifelt nach einem Bach suchte um den nächsten steilen Anstieg noch irgendwie zu schaffen. Die Rettung kam in Form eines kleines Holzschildes mit dem Schriftzug „Wasser“. Bei einer Hütte gab es dann einen Gartenschlauch aus dem ich meine Trinkblase füllen und schnell den Kopf abkühlen konnte.

So ging es also dem Ziel entgegen. Die vorletzte VP nutze ich für eine kleine Rast und nach viel Cola und Wassermelone fühlte ich mich bereit für den letzten Abschnitt und schielte sogar noch auf eine Zeit unter 10 Stunden. Aber dafür war der letzte Downhill ins Ziel dann nach knapp 52,5km in den Beinen einfach zu steil und technisch um den noch schnell angehen zu können. Ich wollte auch nur noch heile ins Ziel kommen. Trotzdem konnte ich noch einen Läufer überholen der nur noch gegangen war. So warteten meine Eltern und mein Sohn auf dem roten Teppich im Ziel. Moritz lief mit mir über die Ziellinie und ich bekam nach 10:05:54h mit 3880 Höhenmeter die coole Kaiserkrone Medaille umgehangen.

Nachdem ich mich dann im Ziel bei einem alkoholfreien Weizen auf der Wiese liegend ausgruht hatte ging es zum Abendessen in ein Restaurant beim Campingplatz. Hier konnte ich dann die verlorene Flüssigkeit und Energie wieder auffüllen. Der Kaiserkrone Marathon Trail ist definitiv eine Reise wert und auch mit den anderen Wettbewerben von Easy Trail bis Skyrace mit Sicherheit für jeden was dabei. Man sollte sich aber der Schwierigkeit der Strecke bewusst sein und auf jeden Fall bei hohen Temperaturen jede VP ausnutzen. Den Fehler mache ich hoffentlich nicht nochmal.
DANKE an Thomas Bosnjak und seinem Team die das alles unter schwierigen Bedingungen möglich gemacht haben.

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