P-Weg Ultramarathon – Top 10

4:00 Uhr nachts. Der Kleine hat Hunger und ich bin danach wach. Da waren also die Gedanken ob ich nun wirklich bei dem angekündigten Regen und Wetterverhältnissen bei dem 24h Lauf in Reken starten sollte. Immerhin wurde für Freitag Abend bis zu 10l auf den Quadratmeter angekündigt. Dann noch die ganze Nacht und Samstag bis 16 Uhr im Regen laufen. Da muss es doch Alternativen geben.

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Mit Regenjacke geht das schon. 😉

Also Handy raus und die einschlägigen Internetportale durchforstet. Auf http://www.trailrunning.de bin ich auf den P-Weg in Plettenberg gekommen. Im Onlinedienst nach einem Wetterbericht für die Region geschaut und es sollte da am Samstag nicht so viel regnen.
Also angemeldet und schon war es auch 6 Uhr und ich musste zur Arbeit.

Nach der Arbeit die Tasche für den 24h Lauf umgepackt und für einen Ultra Marathon gepackt. Ab ins Auto und auf die Bahn Richtung Sauerland. Die Anfahrt nach Plettenberg ist mit 1,5h noch machbar. Leider waren die Autobahnen ein wenig verstopft. Um 18:30 Uhr habe ich einen Parkplatz gefunden und bereits meinen Schlafplatz in der Turnhalle einer Grundschule aufgeschlagen. Die war für die Läufer kostenfrei benutzbar. Ein toller Service.

Das Anmeldebüro befand sich in einer großen Halle. Immerhin gab es jeweils 5-6 verschiedene Läufe und Bike Veranstaltungen bis zum Sonntag. Die Schlange der Nachmeldung verkleinerte sich nur mäßig und so brauchte ich 25-30min um meine Startnummer zu bekommen. Danach konnte ich noch kurz einen Blick auf das Ziel werfen. Dann ging es zum Auto um meine vorbereiteten Nudeln zu essen. In der Turnhalle versuchte ich noch ein wenig zu Schlaf zu bekommen. Gegen 20:30 Uhr füllte sich die Turnhalle so langsam. So voll wie in Bödefeld war sie aber nicht. Es laufen wohl viele Lokals mit.

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Startbereich beim P-Weg um 7 Uhr morgens.

Um 5 Uhr war die Nacht vorbei. Ich habe in der Turnhalle überraschend gut geschlafen, die war mit ca. 15 Leute auch nicht so voll. So kam ich auf fast 5 Stunden Schlaf am Sück. Luxus unter den Umständen. Ich hatte also genug Zeit um meine Sachen zusammen zu packen und um 6 Uhr an dem Frühstück teilzunehmen. 2 Brötchen, Wasser und ein halber Kaffee (eigentlich wollte ich Tee) sind es dann geworden.

Ein bisschen Motivation durch den Moderator brauchten die Läufer dann doch um sich in die Startaufstellung zu stellen. Es regnete nämlich immer noch unaufhörlich. Pünktlich zum Start um 7 Uhr fanden sich doch aber alle bestens gelaunt im Startbereich ein. 3-2-1 und los gings. Der erste gab direkt Gas und sprintete hinter dem Auto hinterher. Vermutlich wollte er aber nur kurz mal Erster gewesen sein. Denn nach ca. 1km wurde er schon wieder eingeholt. Ziemlich außer Puste wurde er schnell durchgereiht.

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Erste Steigung geschafft. Nach der Ziege ging es erstmal wieder runter.

2 Anstiege weiter hatte ich mich überraschenderweise auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Mir und meinen Beinen ging es da noch sehr gut.  Also ging es im selben Tempo weiter über abwechselnde Schotter und Teerstraßen. Es folgte das einzigst flache Stück der Strecke. Am Fluß Lenne vorbei ging es mehrere Kilometer einen Fahrradweg vorbei. Einer der Sponsoren hatte eine kleine Fußgängerbrücke aufgebaut die wir überqueren mussten. Auf der Brücke wurde noch von jedem ein Foto gemacht.

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Extra Höhenmeter durch die Fußgängerbrücke.

Ein Lob jetzt schon mal für die Organisatoren. Alle 6-7km gab es eine Verpfelgungsstation mit Wasser, Iso und Cola. An fast jeder gab es auch was zu essen. Das erklärte auch warum einige der Utraläufer keinen Rucksack dabei hatte. Man konnte das Rennen komplett mit der Streckenverpflegung laufen. Ich war trotzdem froh das ich zusätzlich ein Getränk und Essen dabei hatte.

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Viel war nicht los in den kleinen verschlafenen Städtchen im Sauerland.

Die Strecke wurde abwechslungsreicher. Teilweise ging es nun über Single Trails oder auch an der Oestertalsperre vorbei. Die Feuerwehr sicherte immer wieder auch mal die Straßenüberquerungen und gefühlt waren an allen kritischen Stellen auch Streckenposten postiert die immer ein freundliches Lächeln und Anfeuerungen für die Läufer parat hatte. An einem Verpflegungspunkt gab sogar verschiedene Schnäpse. Vermutlich aber eher für die Wanderer bei der Veranstaltung. Für uns ging es weiter auf und ab. Mittlerweile bin ich auch schon ein paar mal überholt worden. Das Tempo konnte ich einfach nicht halten. Die Höhenmeter taten dabei ihr übriges.

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Marathon geschafft. Nur noch 28km!

Bergauf wurde nur noch gegangen und bergab versuchte ich einigermaßen Tempo aufzunehmen. Da meine komplette Beinmuskulatur schmerzte verhinderte das aber nochmal anzugreifen. Um die Schmerzen in Grenzen zu halten griff ich immer wieder zu Magnesium und Salztabletten. Ich kam somit ohne Krämpfe im Ziel an. Trotzdem musste ich ordentlich beißen um das Ziel überhaupt zu erreichen. Ca. 15km vor Schluß kamen wir wieder auf die Strecke des Halbmarathon Wettkampfs. Dadurch war die Strecke extrem ausgelatscht und gerade auf den steilen bergab Passagen sehr rutschig.

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Mit Sonne zeigte sich das Sauerland von der schönen Seite.

Die letzten beiden Kilometer ging es aber zum Glück nur noch bergab. Ein schöner Single Trail und plötzlich wurde man aus dem Wald ausgepuckt und war mitten in Plettenberg. Den Moderator hatte ich schon vorher ab Berg gehört. In der Stadt liefen die Läufer durch eine von Absperrgitter abgesperrte Straße bis zum Ziel. Hier kam es noch zu einem kleinen Unfall. Ich bemerkte vorher schon das von meinem rechten Schuh sich der Schnellschnürer gelöst hat. Da ich aber nur wenige 100m vom Ziel entfernt war wollte ich die Zeit nicht mehr opfern um das zu beheben. Leider fiel ich dann mitten auf der Pflasterstraße hin, weil ich mich an dem Schnürer verhederte. Ich stoppte unsanft mit meinen Händen. Rappelte mich aber sofort wieder auf und joggte weiter zum Ziel. Die Uhr stoppte bei unter 8 Stunden Laufzeit. Nachdem Zieleinlauf ging es auf die Bühne wo der Moderator schon wartete um ein paar Fragen zu stellen. Ich schlug mich „glaube Ich“ recht gut und nahm danach meine verdiente Medaille und das Finishershirt in Empfang.

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Zieleinlauf in Plettenberg

Lange hielt ich mich nicht mehr in Plettenberg auf. Kurz zum Bauhof gelaufen und geduscht. Ein kurzer Blick auf die Ergebnisliste und ab ging es auf die Heimfahrt ins Münsterland. Im Gepäck hatte ich eine Top10 Platzierung und einen Altersklassensieg auf der Ultramarathon Distanz.

Vielen Dank an alle Helfer und Organisatoren. Gefühlt war ja die ganze Stadt Plettenberg auf den Beinen und war an diesem Event beteiligt. Die Helfer haben aber am Samstag nur dir Hälfte hinter sich gebracht. Am Sonntag stehen ja noch die Mountainbikewettbewerbe auf dem Programm.
Ein wenig mehr Trailanteil hätte ich mir im nachhinein dann doch gewünscht und besseres Wetter natürlich. 😉

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Der verdiente Lohn: Medaille und Shirt.

Bis zum nächsten Mal in Plettenberg! 

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