Triathlon Borken 2017

Wieso? Die Frage habe ich mir bei dem ein oder anderen Ultramarathon schon mehrfach gestellt. Aber als die Frage kam ob ich einen Startplatz beim Volkstriathlon in Borken übernehmen wollte musste ich nur kurz zögern. Ja ich hatte Zeit!

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Frank, Stephan, Claudia und Berni (v.l.)

Erst nach der Zusage stellte ich mir die Frage, sollte ich wirklich ohne jegliches Schwimm- oder Radtraining bei einem Triathlon starten? Ich dachte mir dann „OK“ sind ja nur 300m Schwimmen, 15km Radfahren und 3,5km Laufen. Das sollte ich doch irgendwie hinbekommen.

Am Donnerstag hat dann Frank mein Fahrrad gecheckt. Das ist übrigens mindestens 15 Jahre alt und hat seit kurzem Regenreifen drauf. Rein Fahrradtechnisch wusste ich also bereits im voraus das ich mindestens 90% der anderen Starter im Nachteil sein werde. Teilweise haben die da Bikes für mehrere tausend Euro. Aber schnell bin ich damit auch schon gefahren. 😉

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Mein Fahrrad in Startposition.

Ein ganz klein wenig nervös, ging es dann am Samstag auf zum Pröbstingsee nach Borken. Zum Glück konnte ich auf einige Erfahrung von meinem Bruder und ein paar Kollegen zurückgreifen. So leihte mir Berni einen Triathlon Anzug und eine Badekappe. Ich wäre sonst in einer Laufhose gestartet. Eine Schwimmbrille hatte ich ja noch beim Staffeltriathlon in Velen gewonnen.
Mein Bruder gab mir dann noch die Regeln mit. Helm vor dem ersten anfassen des Fahrrads aufsetzen und erst nach der markierten Linie das Fahrrad benutzen. Nach dem Fahrradfahren musste ich dann wieder vor der Linie vom Fahrrad absteigen und durfte erst nach dem Einsetzen des Fahrrads in den Fahrradständer dem Helm absetzen.

Pünktlich in Borken angekommen konnten wir schnell unsere Startnummer abholen und uns einen guten Platz bei den Fahrradständern aussuchen. Viel Zeit blieb dann nicht bis zum Streckenbriefing. Also kurz angehört was es Wichtiges zu beachten gab und dann haben Frank und Ich unseren Platz vorbereitet. Laufschuhe, Helm, Startnummer bereitgelegt. Dann ging es auch schon auf zum Wasser.

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Der Zielbereich links und rechts startete die Laufstrecke.

Die erste Wasserprobe war nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Das Wasser im Badesee des Pröbstingsees war noch angenehm. Bis der Pfiff zur Aufstellung kam haben wir uns noch ein wenig warmgeschwommen. In der zweiten Reihe startend ging es dann auf die 300m Runde im Badesse. Wie immer gibt man am Anfang ja ein wenig Gas. Also ging es kraulend auf die ersten Meter. Zugegeben: Meine Berührungen mit Wasser die letzten Jahre beschränkten sich aufs Duschen und den Whirlpool im Schwimmbad. Also ging ich schnell ins Brustschwimmen über.
Als dann die Seepflanzen am Grund des Sees anfingen die Füße zu kitzeln, versuchte ich nochmal das kraulen. Aber weder mein Kraft noch meine Technik ließen das zu. Also kämpfte ich mich zwischen den anderen Starten und Wasserpflanzen bis zum Wendepunkt. Da wurde es dann noch einmal eng. Ich nahm aber einen großen Bogen und entging so dem Trubel. Ich wollte keinesfalls von irgendjemanden unter Wasser gedrückt werden.

Langsam ging es vorwärts und endlich konnte ich das Wasser verlassen. Also Badekappe ab, Schwimmbrille runter und auf zum Fahrrad. Da ich weder passende Triathlonschuhe noch das passende Fahrrad hatte, überlegte ich mir mit einem Schuhanzieher schneller in die Schuhe zu kommen. Das hatte ich am Tag vorher geübt und war zufrieden. Also Helm auf,  Socken an, Schuhe an, Uhr gestartet und laufend mit dem Fahrrad in der Hand ging es zur Radstrecke.

Zwei, Drei Kurven über den Parkplatz und dann konnte man auf dem Rad Gas geben. Windschattenfahren war verboten. Ich versuchte mich dran zu halten. Aber die Strecke war teilweise sehr voll und ab und zu hatte man mal jemanden vor sich. Ich denke aber noch alles im Rahmen. Ab und zu schaute ich auf meine Uhr und die zeigte mir knapp 34 km/h an. Trotzdem dauerte es nicht lange als Claudia mich überholte. Wenig später konnte auch Frank an mir vorbei ziehen. Es blieb mir nur noch eines, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Die Radstrecke war gut befahrbar hatte keine allzu engen Kurven. Auch das Wetter spielte mit. Mit so dünnen Reifen auf nassem Untergrund kann es schon mal gefährlich werden.

Runter vom Rad ging es joggend zu Wechselzone. Hier merkte ich schon das plötzlich ganz andere Muskeln beansprucht werden. Ich lief wie auf rohen Eiern. In der Wechselzone passierte mir leider ein absoluter Anfängerfehler. Angeblich habe ich meinen Helm vor dem Einsetzen des Fahrrads abgenommen. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht dran erinnern. Ich war wohl im „Tunnel“ und froh überhaupt heile vom Rad gekommen zu sein. Meine Beine waren jetzt schon total schwamming. Ich wurde also von einem Offiziellen zu einem kurzen Zitat gerufen und durfte mir mein Fehlverhalten anhören. Nach ein paar Sekunden ging es dann aber weiter und ich durfte endlich laufen.

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Frank kurz vorm Ziel

Die Belastung des Radfahrens und Laufens ist doch eine komplett andere und so dauerte es ein wenig bis ich in meinen Rhythmus kam. Es waren ja zum Glück nur 3,5km. Was sich auf dem Fahrrad schon angedeutet hatte, war das meine Zehen eingeschlafen sind. Das gab sich aber auch wieder nach einigen Metern. So überholte ich Läufer um Läufer auf der Strecke. Kurz vor der Hälfte waren Claudia (sollte später 2te Frau werden) und Frank wieder eingeholt. Berni war da glaube ich schon im Ziel. 😉
Die Distanz war allerdings zu kurz um noch mehr Plätze gut zu machen. Außerdem konnte ich nicht mehr und war froh als ich den Zielbogen sah.

Am Ende reichte es für eine Gesamtzeit von 52:53min. Das bedeutete insgesamt einen „für mich“ tollen 19 Platz (von 189). In meiner Altersklasse war ich sogar Zweiter!

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Fachsimpeln nach dem Zieleinlauf mit Claudia und Berni.

Hier mal die offiziellen Ergebnisse:
5. Platz – Bernhard Lammering – AK M50 (2. Platz) – 48:20min
19. Platz – Stephan Lanfer – AK M35 (2. Platz) 52:53min
22. Platz – Frank Lanfer – AK M30 (4. Platz) – 53:40min
2. Platz – Claudia Eich-Lammering – AK W50 (1. Platz) – 56:29min

Laut meiner Uhr habe ich für die Radstrecke 29:20min und Laufstrecke 14:01min gebraucht. Macht eine Schwimmzeit von 09:32min. Leider gibt es keine Zwischenzeiten bei dem Triathlon in Borken. So kann man sich schlecht mit den anderen in der einzelnen Kategorie vergleichen.

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Kurz vorm Start mit Frank (l.). Ich gucke noch ein wenig skeptisch.

Also doch ziemlich erfolgreich endete für mich diese kleine Exkursion in den Triathlon. Weder meine freie Zeit für noch mehr Training noch mein Ansporn in der Schwimmdisziplin lassen mich in der nächsten Zeit auf weitere Starts hoffen. Die Trainingsbelastung für 3 Sportarten ist einfach zu hoch. Da konzentriere ich mich lieber aufs Laufen.
Also bereite ich mich nun auf den 24h Lauf in Reken vor. Mal sehen ob diesmal mehr drin ist als 100km. 😉

Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an alle Finisher und ein großes Dankeschön an die Helfer und Organisatoren.

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