Velen 12h Nachtlauf – 102.53km für den guten Zweck

Wie gehts einem nach mehr als 100km Laufen? Das versuchte ich beim 12h Nachtlauf in Velen zu testen. Ich bin ja schonmal 7:53h gelaufen. Aber lange nicht soviel km. Da der Termin gut in den Trainigsplan passte entschloss ich mich also für den Lauf.
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nach 102.53km und 11:46:53h endlich im Ziel!


Da es sich hier um einen Spendenlauf handelt viel die Entscheidung noch einfacher. Für den guten Zweck läuft man doch gerne! Es ging also am Freitag um 20 Uhr los. Laufen im „Schwatten Kott“ in Velen konnte man dann bis zum Samstag morgen um 8 Uhr.

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Meine Ausrüstung für den Lauf. Ich sollte natürlich nicht alles benötigen. Aber sicher ist sicher.

Nachdem ich einige Laufbereichte zu 12h Stundenläufen gelesen habe, stand der Plan für den Lauf schnell fest. Ich wollte mir 3 Ziele setzen:
1. Irgendwie ankommen (egal ob joggen oder gehen)
2. Joggend die 12h hinter mich bringen
3. 100km erreichen

Das wollte ich durch den Spruch in einem Interview von Michael Arendt (Zugspitz Ultratrail Sieger 2015) erreichen. „Slow and steady“. Meine Herzfrequenz sollte immer im Bereich zwischen 60% und 70% liegen. Die Geschwindigkeit war erstmal nebensächlich. Durch einige Trainigsläufe hatte ich aber so mit ca. 10kmh gerechnet. Von der Idee konnte ich mich aber relativ schnell verabschieden. Ich sollte wesentlich langsamer laufen.
Um 20 Uhr sind wir also mit sehr vielen Läufern auf die Strecke gestartet. Mein Bruder wollte mal sehen wie weit er kommt und mich soweit es geht unterstützen. Mein komplettes Material (Wechselklamotten, Salztabletten, Gels und Power Gums) habe in meinem Kofferraum verstaut. Das Auto konnte ich am Streckenrand stehen lassen um schnell Zugriff auf die Dinge zu haben.
Bis es dunkel wurde sind wir mit 3 Leuten mein Tempo gelaufen. Hier schonmal ein Dankeschön an Frank und Berni die mich dabei sehr gut unterstütz haben.
Ich vermeide es jetzt zu schreiben wie es mir in jeder Stunde ging. Es lief die ganze Zeit über relativ gut. Ich konnte das Tempo und meine Herzfrequenz im geplanten Bereich halten. Von Runde zu Runde ernährte ich mich von Energie Gels, dann mal wieder ein Power Gum. Die Salztabletten versuchte ich in regelmäßigen Abständen zu nehmen. Das war so circa jede Stunde. Am Anfang noch 2 Tablette und am Ende nahm ich dann immer 3. Den kompletten Lauf konnte ich so ohne Krämpfe überstehen. Das ist schonmal ein Riesenvorteil zu den Läufen an der Zugspitze. Die ich jedes mal wegen Krämpfen unterbrechen musste.
Gegen ca. 2:30 Uhr verließ Frank dann die Strecke und wollte sich ausruhen. Er hatte da auch schon mehr als 50km auf der Uhr und sein Ziel erreicht. Ich lief also mehr oder weniger jetzt ein paar Stunden alleine durch die Nacht. Ab und zu sah man mal von weiten einen anderen Läufer der sich in der Nacht für ein paar Runden aufraffen konnte. Viel Unterstützung in der Nacht kam immer durch die Helfer von SF Nordvelen die die Nacht durch einen super Job gemacht haben.
Um kurz nach 4 sollte dann das alleine laufen zuende sein. Meine Freundin Eva unterbrach Ihren Schlaf und unterstütze mich in der Nacht und joggte zu dieser unchristlichen Zeit eine Runde mit. Ein wenig überraschend stand Berni wieder an der Strecke. Er konnte nicht mehr schlafen und entschloss sich noch ein paar Runden zu laufen. Über die unterstützung habe ich mich sehr gefreut! Mehr als 2/3 der Zeit hatte ich da schon hinter mir. Ziele setzte ich mir zu dem Zeitpunkt immer nur noch von Runde zu Runde. Es kam zu Knieschmerzen, Fußschmerzen, Magenschmerzen und allgemeinen Muskelschmerzen in den komplette Beinen. Zum Glück nichts ernstes. Viele Schmerzen gingen nach 1 Runde wieder weg. Durch die gute mentale und Verpflegungsunterstützung von Berni konnte ich mich die letzten 3,5 Stunden aufs laufen konzentrieren.
Die Zeit verging schneller als gedacht und wir konnten das Tempo hochhalten und mein angestrebtes 3. Ziel im Auge behalten. Nach 11:46:53h beendte Ich damm mit 102.53km den Lauf. Eine Runde hätten wir nicht mehr geschafft.
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(Polaruhr Ergebnis und Zieleinlauf)

Ich hatte also alle 3 Ziele erreicht. Mehr als stolz musste ich mich erstmal setzen. Kurz danach kamen aber die Beine zur Ruhe und ich brauchte bei jeder Bewegung Hilfe. Schuhe oder Socken ausziehen ging nicht. Vom gehen ganz zu schweigen. Ein kleiner Anstieg zu den Duschen wurde zur Qual. Aber das sind wohl die Trophäen die man nach 100km überreicht bekommt. 😉
Zuhause angekommen erstmal die Kompressionskleidung angezogen um schneller zu regenerieren. Der Marathon in Fleckenberg ist in greifbarer Nähe. Danach wird aber erstmal für ein paar Wochen Pause gemacht und auf Sri Lanka entspannt.

Danke nochmal an alle Helfer auf der Strecke für dieses super Erlebnis!!!

3 Gedanken zu „Velen 12h Nachtlauf – 102.53km für den guten Zweck

  1. Ich freue mich für dich! Super Leistung und toller Artikel.
    Es macht richtig Spaß eure Berichte zu lesen. Zusätzlich bekommt man einen Motivationsschub . 🙂 Danke!
    Erholt euch gut.

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  2. Top Leistung, bist bis zum Schluss gelaufen wie ein Uhrwerk, Wahnsinn!!! Hat Spaß gemacht so einen Lauf life mitzuerleben. Tolles Event, gekrönt mit einer herausragenden Leistung. Das passt. Glückwunsch!!!!!!!!

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